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Wegweiser durch den Dschungel der Öko-Embleme
Schrot und Korn

Bio-Kost kommt möglichst direkt aus der Natur. Ökologisches Papier nicht. Denn je mehr frisches Holz zu Papier verarbeitet wird, desto umweltschädlicher ist es: für 200 Seiten DIN A 4-Papier braucht man vier Kilo Holz.
Weil Bäume die Lunge der Erde sind, sollten wir unser Papier möglichst aus Altpapier herstellen. Damit Sie im Dschungel der Papierqualitäten die umweltschonendste Variante finden, recherchierte Schrot&Korn ökologische Aspekte der Papierproduktion.

Für den Nachfolger von Pergament und Papyrus kann man zwei Grundsubstanzen verwenden: Zellstoff und Holzstoff. Beide werden aus Baumstämmen und Ästen hergestellt, aber im Zellstoff ist kein Lignin oder Hemicellulose mehr enthalten – das sind „Holzreste“, die den Bäumen ihre Elastizität verleihen. Zellstoff besteht nur aus Fasern, wird deshalb als „holzfrei“ bezeichnet und kann zu hochwertigem Papier weiterverarbeitet werden. Weil Holzstoff-Papier Holzreste enthält, vergilbt es schnell und wird brüchig. Deshalb findet es vor allem in Zeitungen und Bierdeckeln Verwendung.

Energieaufwendiger Holzschliff

Für Papier dieser einfachen Qualität werden entrindete Bäume auf Schleifsteine gepreßt und die herausgerissenen Holzfasern mit Wasser vermischt. Die mechanischen „Holzschliff“-Maschinen verbrauchen große Mengen Energie. Manche Holzstoff-Fabriken behandeln die zerschnitzelten Bäume mit Schwefelsalz, um das Papier zu festigen. Das dabei anfallende Abwasser enthält nicht genug Chemikalien für eine lukrative Rückgewinnung, aber ausreichend Gifte, um Fische zu gefährden.

Zellstoff für hochwertiges Schreibpapier und Bücher entsteht, wenn man Holzschnitzel mit Wasser und Schwefelsalz kocht. In dem dann chemisch gereinigten Faserbrei sind so gut wie keine Holzreste mehr.

In Skandinavien arbeiten viele Zellstoffabriken mit einer schwefligen Lauge, die die Umgebung mit dem Gestank fauler Eier malträtiert. Am Elbufer bei Stendal sollen derartige Gerüche innerhalb einer geplanten Fabrik bleiben. Norwegische und deutsche Konzerne wollen dort ab dem Jahr 2000 Zellstoff herstellen. Um Flüsse, Seen und Meere nicht übermäßig zu vergiften, dampfen solche Werke das Kochwasser ein und gewinnen so wenigstens die Chemikalien zu 95 % zurück.

 

Tabelle Verbrauchswerte

 


Die Holzreste aus der Zellstoffproduktion verschmutzen das Wasser, das deshalb geklärt werden muß. Die ausgefilterten Holzreste verbessern die Ökobilanz, denn sie erzeugen in Verbrennungsanlagen die Prozeßenergie der Fabriken. Dennoch schließt die Rückgewinnung der Chemikalien und die vollständige Rohstoffverwertung giftigen Ausstoß in die Umwelt nicht aus. Die für das Klären nötige Aluminiumsalze können in die Flüsse gelangen und Fische – wie etwa Lachse – schädigen.

Altpapier, der Rohstoff aus dem Papierkorb

Aus Holzschliff und Zellstoff stellt man im zweiten Schritt Papier her. Für herkömmliches Papier wird häufig eine Mischung der beiden Grundsubstanzen verarbeitet, je nach- dem, welche Papierqualität erreicht werden soll. Die Grundsubstanz für Recycling- und Umweltschutzpapier dagegen besteht aus in Wasser eingeweichtem Altpapier. Sie reduziert die für eine Grundsubstanz aus neuen Fasern nötigen Umweltschäden: Nach Angaben des forum ökologie & papier sinkt der Wasserverbrauch für ein Kilo Papier von 400 auf 17 Liter, der Energieverbrauch von zwölf auf zwei Kilowattstunden und – es wird kein einziger Baum geschlagen.

Das jeweilige Gemisch wird auf einem Sieb entwässert, zu einem Faserteppich verbunden und nach dem Entwässern getrocknet und gewalzt. Aber bevor die bis zu 60 Kilometer langen Papierbahnen auf Edelstahlwalzen gewickelt werden, kommen oft Kunststoffleime und optische Aufheller hinzu, um es tintenfest und leuchtend weiß zu machen. Das belastet Kläranlagen und die Natur mit unnötigen Chemikalien.

Zellstoff und Holzstoff sind eigentlich braun und werden deshalb gebleicht. Wenn dabei Chlor oder Chlorverbindungen benutzt werden, gelangen Teile davon in das Abwasser, denn Kläranlagen können diese Stoffe nicht vollständig ausfiltern. Eine mittelgroße Zellstoffabrik kann die Umwelt täglich mit bis zu 80 Tonnen Chlorverbindungen vergiften. Das sind zum Beispiel Perchlorethylen oder Pentachlorphenol – langlebige Chemikalien, die Krebs erzeugen oder das Erbgut verändern können. Sie schwächen die Leber und das Immunsystem von Fischen und vermindern ihre Fortpflanzung. Greenpeace befürchtet, daß mit Dioxinen aus Zellstoffabriken vergiftete Ostseefische die Gesundheit von Verbrauchern bedrohen.

Zu Beginn der 90er Jahre sind viele Zellstoffabriken auf Bleiche mit Sauerstoff, Ozon oder Wasserstoffperoxid umgestiegen und verringerten so die Chlorgifte in Flüssen und Meeren. Bei „chlorfrei gebleichtem“ Papier ist jedoch Skepsis am Platze, denn es ist durchaus möglich, daß zwar kein reines Chlor verwandt wurde, wohl aber Chlorverbindungen. Vorschriften für chlorfreie Bleichung und ein geschütztes Kennzeichen gibt es nicht. Und vor allem: Chlorfrei gebleichtes Papier vermindert nicht das Abholzen der Wälder.

Insgesamt 2000 chemische Substanzen benutzen konventionelle Papierproduzenten laut einer Studie des Dortmunder Instituts für Umweltschutz (INFU) aus dem Jahre 1993. Besonders gefährlich sind selbstdurchschreibendes Formularpapier und sogenanntes Thermopapier für ältere Faxgeräte. Solche Spezialpapiere können Allergien auslösen und erschweren das Recycling. Mit mehrfach gebrauchsfähigem Kohlepapier und Faxgeräten, die Normalpapier verarbeiten, lassen sich diese Chemikalien einfach umgehen. Außer dem Gebrauch giftiger Stoffe ist das Abholzen von Wäldern ein Hauptproblem, wenn es um eine ökologischere Papierwirtschaft geht.

Papierkonsum frißt Naturwälder

Weil Bast, Hanf, Leinen und Stroh den Rohstoffbedarf für Papier nicht mehr decken konnten, zermahlen Papiermühlen seit Mitte des 19. Jahrhunderts Millionen von Festmetern Holz. Allein in den letzten 50 Jahren versiebenfachte jeder Bundesbürger seinen Papierverbrauch auf 200 kg im Jahr. Das ist ein vier Meter hoher Stapel aus DIN A 4-Blättern. Auch Computerdateien und elektronische Medien haben das nicht verhindert.

Heute verschwinden natürlich gewachsene Wälder Skandinaviens und Nordamerikas in Zellstoffabriken und tauchen in hiesigen Bücherregalen wieder auf. Auf der Strecke bleiben Tier- und Pflanzenarten, die in den wiederaufgeforsteten, schnellwachsenden Industriewäldern keinen Lebensraum mehr finden. Deshalb sind Alternativen für Papier so wichtig.

Recycling – kein geschlossener Kreislauf

Um den für Papier nötigen Baumschlag zu vermindern, kaufen ökologisch verantwortungsvolle Verbraucher seit einigen Jahren bevorzugt Papier, das „recycelt“ wurde. Das englische „Recycling“ stammt vom griechischen „Kyklos“, dem Kreis ab. Indem gebrauchte Stoffe wieder in den Produktions- und Verwertungsprozess eingeschleust werden, versuchen die Menschen, natürliche Stoffkreisläufe zu schonen: Sauerstoff (O2) zum Beispiel ist lebensnotwendig für den Menschen, der ihn zu Kohlendioxid (CO2) verarbeitet und ausatmet. CO2 wiederum ernährt Bäume, die im Gegenzug Sauerstoff in die Luft zurückführen.

Die Kreismotive in den Symbolen für umweltfreundliches Papier erwecken den Eindruck, es gäbe einen Zusammenhang zwischen natürlichen Kreisläufen und Recyclingpapier. Einen (geschlossenen) Kreislauf gibt es aber beim Recyclingpapier nicht. Denn nach mehrmaligem Gebrauch sind die Papierfasern so kurz, daß für stabiles Papier längere Fasern aus frischem Holz zugefügt werden müssen. Recyclingpapier senkt also den Waldverbrauch, aber es kann ihn nicht stoppen.

Die Wiege des Recycling-Papiers steht in Göttingen, wo ein Jura-Professor schon 1774 neues Schreibpapier aus alten Büchern herstellte. Nur: sauber und reißfest war es leider nicht. Deshalb diente Altpapier bis in die 70er Jahre dieses Jahrhunderts nur als Rohstoff für Karton- und Packpapier.

In jenem Jahrzehnt, in dem die Industrienationen an die Grenzen des industriellen Wachstums stießen, gelang der Schweizer Firma Stoecklin der Durchbruch: Ihre Papiermaschinen konnten schreib- und druckfähige Seiten herstellen, die vollständig aus eingeweichtem Altpapier stammten. Solches Papier flatterte dann in den 80er Jahren auch auf die Schreibtische umweltbewußter Deutscher.

Umwelt-Zeichen und -Logos auf Briefumschlägen und Schreibblocks versprechen ein reines Umwelt-Gewissen. Doch leider können sich hinter den Signets auch Papiere mit einer Mischung aus frischen Holzfasern und Altpapier verbergen, weil es keine Richtlinien für „Recyclingpapier“ gibt. Wer genauer hinschaut, liest vielleicht, daß seine DIN A 4-Blätter sogar zu 100 Prozent aus Recyclingfasern seien. Auch dies bedeutet noch lange nicht, daß die 500 frischen Seiten behaupten könnten: „Ich war ein Stapel vergilbte Bücher.“ Sie können auch aus Verschnitt – unbenutzten Papierfabrikabfällen – recycelt worden sein.

Der blaue Engel garantiert kein reines Öko-Gewissen

Selbst das blaue Umweltzeichen garantiert nicht die weitestgehende Schonung der Umwelt. Hygienepapiere für Küche und Bad, Schreibpapiere und Kartons mit diesem Zeichen enthalten zwar ausschließlich Altpapier. Auch müssen dabei schwer verwertbare Altpapiere aus Haushaltssammlungen verwendet werden und Chlor ist als Bleichmittel verboten.

Aber diese Papiere können von Druckfarben befreit sein („de-inkt“), um es aufzuhellen. Bei diesem Waschvorgang gehen von jeder Tonne Altpapier mehrere Zentner als Abfall verloren. Die Befürworter des Entfärbens argumentieren, das helle Recyclingpapier würde von mehr Menschen gekauft und fördere damit den Umweltschutz. Der Verbund selbstverwalteter Betriebe für Umweltschutzpapier (vup) hält dagegen: „Wir meinen, daß sich die Konsumenten an die graue Färbung von Umweltschutzpapier gewöhnt haben.“

Wie hell muß Papier sein?

Leider gilt das nur für eine Minderheit. Die Mehrheit greift lieber zu weißem Papier. Eine Werbekampagne für chlorfrei gebleichte Hefte und Blöcke nutzte diese ästhetische Vorliebe aus und eroberte dem zwar chlorfreien aber nach wie vor wald- und wasserschädigenden Papier einen großen Marktanteil. Die Hersteller von grauem Umweltschutzpapier klagen seitdem über sinkende Verkaufszahlen für ihr Schreibpapier.

Besonders Schüler ließen das Papier mit der grauen Farbe links liegen, als die weißen chlorfreien Papiere ihren Siegeszug durch die Klassenzimmer antraten. Venceremos hat sich deshalb für Schulkinder etwas Besonderes ausgedacht: Die Hefte und Blöcke aus der ÖKOPAplus-Serie sind aus Recyclingpapier mit dem „Blauen Engel“ und trotzdem fast weiß. Das liegt an den natürlich vorkommenden Zusatzstoffen wie Porzellanerde und Kreide.

Mit dem Trend zu hellem Papier verschwand das Umweltschutzpapier auch aus vielen Naturkostläden. Wegen zu geringem Umsatz und einem kostspieligen Regalverbrauch nahmen die meisten Öko-Händler diese Qualitätsprodukte aus ihren Regalen. Sie finden das konsequent umweltschonende Papier aber in manchen Papierwaren- und Dritte-Welt-Läden sowie in manchen Naturwarengeschäften.

Angesichts des Verdrängungswettbewerbs erweiterten die Händler für Umweltschutzpapier ihr Angebot: Alle haben farbenfreudige Schmuckpapiere und Briefumschläge in verschiedensten Ausführungen im Programm. Für Briefempfänger sind harmonische Kolorierungen oder Zeichnungen eine Augenweide. Zu dieser Standard-Palette gesellen sich bei einigen Händlern Poesiealben, Geschenkpapiere, Notizbücher, Mappen, Ringbucheinlagen, Formulare und Aktenordner. Meist geben auch sie mit Farben und Motiven Anlaß zur Freude.

Vor 25 Jahren schrieben Öko-Aktivisten ihre Notizen erstmals auf Umweltschutzpapier. Kleine Unternehmen aus der Alternativbewegung hatten es auf den Markt gebracht. Die heute existierenden Betriebe im vup und die Papierhändler Venceremos, Alte Schule und der Windmühlen Verlag fühlen sich einem konsequenten Umweltschutz verpflichtet und haben deshalb für Papier mit ihren Zeichen umweltschonende Herstellungskriterien festgelegt.

Die von der Arbeitsgemeinschaft für Umweltschutzpapier (Argus) erarbeiteten Anforderungen gehen weit über das einfache Recyceln von Altpapier hinaus: Sie begrenzen den Wasser- und Energieverbrauch und verzichten auf unnötige chemische Reinigungsprozesse.

Jens Wittneben


Alternativen zu Papier

Küchentücher, Servietten und Taschentücher müssen nicht aus Papier sein. Ihre klassischen Vorläufer aus Stoff können immer wieder benutzt werden. Papierne Kaffee- und Teefilter ersetzen Sie am besten durch Filter aus Metall oder Baumwolle aus ihrem Naturkostladen. Für Grillparties in ihrem Hause müßten sich eigentlich genug Porzellanteller finden. Pappteller türmen den Müllberg unnötig hoch.

Qualitätskriterien für Umweltschutzpapier

  • aus 100 % Altpapier
  • kein Entfärben („De-Inking“), Bleichen oder Färben
  • Leimen mit Naturharzen und Kartoffelstärke, nicht mit Kunstoffen
  • höchstens 10 Liter Wasserverbrauch pro Kilo Fertigpapier
  • biologische Abwasserklärung
  • energiesparende Produktion nach Stand der Technik (z.B. Wärmerückgewinnung und Kraft-Wärmekopplung)

Da lachen die Bäume: Hanfpapier

Seit 1994 ist Papier auf Hanfbasis auf dem deutschen Markt. Die Pflanzen mit den sternförmig angeordneten Blättern sind Ausgangsstoff für Haschisch und Marihuana. Labors züchteten eine Cannabis-Pflanze, die einen so geringen Gehalt an Tetrahydrocannabinol (THC) hat, daß man von den Blättern, Blüten und dem Harz nicht mehr „high“ wird. Damit war der erste Schritt auf dem Weg in die Legalität des Hanfanbaus getan. Die Europäische Union förderte den Hanfanbau.

Zwar ist Zellstoff aus Hanf viel teurer als herkömmlicher aus Holz. Aber anders als Papier aus Holz bringt Hanf die klimaregulierenden Naturwälder Kanadas und Skandinaviens nicht in Gefahr. Die Fasern des nachwachsenden Rohstoffs sind dreimal so lang wie Holzfasern und machen Papier deshalb stabiler. Außerdem macht ihre helle Farbe es weißer – ganz ohne Bleiche. Nachteilig ist, daß Hanf nicht das ganze Jahr über geerntet und auch nur schlecht gelagert werden kann.

Venceremos besann sich auf die bis ins 19. Jahrhundert übliche Papierherstellung aus Hanffasern. Zellstoff aus der anspruchslosen asiatischen Kulturpflanze ist zu 25 % in der Hanfbriefpapier-Serie enthalten. Die restlichen Anteile stammen aus Altpapier. Das Schmuckpapier mit Wasserzeichen ist weder gebleicht noch entfärbt.

Quelle: Naturkostmagazin "Schrot & Korn" (Ausgabe Juli 1997)
www.schrotundkorn.de